Geschichte von Cha-Am - vom Fischerdorf zur Koenigskueste

    Die Geschichte von Cha-Am in der Provinz Phetchaburi: Dvaravati-Siedlung, der Mrigadayavan-Palast von 1923 und der Aufstieg des Badeorts nach dem Krieg.

    Geschichte von Cha-Am - vom Fischerdorf zur Koenigskueste

    Cha-Am (ชะอำ) liegt in der Provinz Phetchaburi, einer der aeltesten besiedelten Regionen Thailands, rund 40 km noerdlich von Hua Hin und 170 km suedlich von Bangkok. Die Geschichte des Orts erklaert, warum er heute noch thailandisch geblieben ist, waehrend die Nachbarstaedte laengst Touristenzentren sind.

    Dvaravati und Khmer

    In Phetchaburi wurden Fundstuecke aus der Dvaravati-Zeit (6.-11. Jahrhundert) geborgen. Im 11.-13. Jahrhundert reichte das Khmer-Reich bis hierher; das sichtbarste Zeugnis sind die fuenf Prangs des Wat Mahathat Worawihan in der Stadt Phetchaburi.

    Fischerkueste der Ayutthaya-Zeit

    Waehrend des Ayutthaya-Reiches (1351-1767) war die Kueste eine Kette kleiner Fischersiedlungen mit Salzgaerten und Reisfeldern hinter dem Strand. Fuer groessere Handelsschiffe war das Wasser zu flach - deshalb wurde daraus nie eine Hafenstadt.

    Die koenigliche Epoche - Mrigadayavan-Palast, 1923

    Die moderne Identitaet von Cha-Am beginnt mit dem Koenigshaus. 1923 liess Koenig Vajiravudh (Rama VI.) den Mrigadayavan-Palast errichten - sechzehn luftige Teakpavillons auf Pfaehlen als Sommerresidenz. Er steht heute noch am noerdlichen Rand von Cha-Am und ist oeffentlich zugaenglich. Zusammen mit dem Klai-Kangwon-Palast von 1929 machte er den Kuestenstrich als "koenigliche Kueste" bekannt.

    Nach dem Krieg - Wochenendkueste von Bangkok

    Nach dem Ausbau des Phetkasem-Highway in den 1960er Jahren war Bangkok in wenigen Stunden erreichbar. Mittelstandsfamilien mieteten am Wochenende einfache Strandhaeuser; kleine Hotels und Fischrestaurants entstanden entlang der Ruamchit Road. Cha-Am blieb thailandisch, weil es guenstiger und ruhiger war als Hua Hin.

    1990er Jahre bis heute

    Das Kondominium-Gesetz von 1979 ermoeglichte auslaendisches Eigentum innerhalb der 49-Prozent-Quote - siehe unseren Leitfaden zur Kondominium-Quote. Ab Ende der 1990er Jahre kamen skandinavische, deutsche und britische Kaeufer, angezogen von Preisen etwa ein Drittel unter Hua Hin. Siehe auch unseren Leitfaden zum Leben in Cha-Am.

    Was von der Vergangenheit bleibt

    Die Fischerflotte laeuft weiterhin bei Morgengrauen aus. Wat Neranchararam und Wat Khao Nang Panthurat halten weiterhin ihre morgendlichen Almosengaenge. Die Salzfelder zwischen Cha-Am und Phetchaburi werden in der Trockenzeit von Hand bearbeitet. Diese Kontinuitaet ist der Grund, warum Menschen wirklich hier leben moechten.

    Häufig Gestellte Fragen

    Wie alt ist die Siedlung Cha-Am?

    Die Kueste von Phetchaburi ist seit der Dvaravati-Zeit (6.-11. Jahrhundert) besiedelt, mit Khmer-Einfluss im 11.-13. Jahrhundert. Cha-Am selbst entstand als Kette kleiner Fischersiedlungen waehrend des Ayutthaya-Reiches und wurde erst nach 1923 landesweit bekannt.

    Warum gilt Cha-Am als Teil der Koenigskueste?

    Koenig Vajiravudh (Rama VI.) liess 1923 am noerdlichen Rand von Cha-Am den Mrigadayavan-Palast bauen, Koenig Prajadhipok (Rama VII.) 1929 im benachbarten Hua Hin den Klai-Kangwon-Palast. Diese beiden koeniglichen Sommerresidenzen gaben der gesamten Kueste ihren Namen.

    Kann man den Mrigadayavan-Palast heute besuchen?

    Ja. Der Palast liegt im Camp Rama VI am noerdlichen Rand von Cha-Am und ist oeffentlich zugaenglich. Er ist eine der groessten erhaltenen Gruppen koeniglicher Teakgebaeude in Thailand, sechzehn Pavillons auf Pfaehlen mit ueberdachten Gaengen, weitgehend im Zustand von 1923.

    Wann begannen Auslaender in Cha-Am zu kaufen?

    Das Kondominium-Gesetz von 1979 oeffnete auslaendisches Eigentum innerhalb einer 49-Prozent-Quote pro Gebaeude. Skandinavische, deutsche und britische Kaeufer kamen in nennenswerter Zahl ab Ende der 1990er Jahre, angezogen von Preisen etwa ein Drittel unter Hua Hin.

    Wie blieb Cha-Am ruhiger als Hua Hin?

    Hua Hin bekam die Eisenbahn, den zweiten Koenigspalast und die internationale Golfinfrastruktur, weshalb sich Hotels und Expat-Dienstleistungen dort konzentrierten. Cha-Am behielt einfachere Strandhotels und einen aktiven Fischerhafen, was die Preise dampfte und den Charakter bewahrte.

    Ist die alte Fischwirtschaft noch aktiv?

    Ja. Die Flotte von Cha-Am laeuft weiterhin vor Sonnenaufgang aus und landet ihren Fang jeden Morgen am Markt der Ruamchit Road. Die Salzfelder zwischen Cha-Am und Phetchaburi werden ebenfalls in der Trockenzeit von etwa Februar bis Mai von Hand bearbeitet.

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